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10. Jahrgang des THG besucht die Gedenkstätte Mittelbau-Dora 

Im Rahmen des Geschichtsunterrichts besuchte der 10. Jahrgang des Theodor-Heuss-Gymnasiums die Gedenkstätte Mittelbau-Dora bei Nordhausen. Die Exkursion bot den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich an einem authentischen historischen Ort intensiv mit der Geschichte des Konzentrationslagers und den nationalsozialistischen Verbrechen auseinanderzusetzen.

Zu Beginn erhielten die Schülerinnen und Schüler kurze Biografien ehemaliger Häftlinge. Anhand dieser Informationen erfuhren die Jugendlichen, wie jung (einige kaum älter als die Zehntklässler selbst) viele der Inhaftierten waren, aus welchen Gründen sie nach Mittelbau-Dora deportiert wurden und aus welch unterschiedlichen europäischen Ländern sie stammten – unter anderem aus Belgien, Frankreich, der Ukraine und Russland. Die persönlichen Lebensgeschichten machten deutlich, dass Menschen aus ganz Europa Opfer des nationalsozialistischen Terrorregimes wurden. Die persönlichen Schicksale ermöglichten einen eindrucksvollen Einstieg in das Thema und verdeutlichten, dass hinter den historischen Zahlen individuelle Lebensgeschichten standen.


In einem anschließenden Gespräch vermittelte die pädagogische Mitarbeiterin grundlegende Informationen zur Entstehung und Funktion des Konzentrationslagers Mittelbau-Dora, welches 1943 als Außenlager des KZ Buchenwald gegründet wurde. Nachdem die Raketenforschungsanlage in Peenemünde bombardiert worden war, wurde die Produktion der sogenannten Vergeltungswaffen (V1 & V2) in das Stollensystem des Kohnsteins verlegt. Tausende Häftlinge mussten dort unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit leisten. In der Anfangszeit lebten und arbeiteten sie ausschließlich in den feuchten und dunklen Stollen. Erst später entstanden auf dem Lagergelände Baracken, in denen die Häftlinge untergebracht wurden.


Im Anschluss führte die pädagogische Mitarbeiterin die Klassen über das Gelände der Gedenkstätte. Zu den Stationen gehörten der ehemalige Appellplatz, das Krematorium sowie schließlich der Zugang zu den weitläufigen Stollenanlagen. Bereits beim Betreten der unterirdischen Anlage wurde der deutliche Temperaturunterschied spürbar – selbst im Sommer herrschen dort nur etwa acht Grad Celsius. Im Stollen sind bis heute Überreste der ehemaligen Waffenproduktion erhalten. Im KZ Mittelbau-Dora starben mindestens 20.000 Menschen an den prekären hygienischen Bedingungen, an Erschöpfung aufgrund schwerer Arbeit (besonders zu Beginn beim Ausbau des Stollensystems), mangelhafter Versorgung und gezielten Misshandlungen. Weiterhin starben viele Häftlinge noch kurz vor der Befreiung des Lagers im April 1945, als das Lager geräumt und die Insassen auf sogenannte Todesmärsche geschickt wurden.


Zum Abschluss besuchten die Klassen die Dauerausstellung der Gedenkstätte. Anhand zahlreicher Dokumente, Fotografien und persönlicher Gegenstände konnten die Schülerinnen und Schüler die zuvor gewonnenen Eindrücke vertiefen und weitere Einblicke in die Geschichte des Konzentrationslagers erhalten. Teil der Dauerausstellung sind Audio- und Videoaufnahmen von Überlebenden, die eindrücklich von ihren Erlebnissen und dem Überlebenskampf berichteten.


Der Besuch der Gedenkstätte vertiefte die im Unterricht behandelten Inhalte auf eindringliche Weise. Die Verbindung aus historischen Informationen, persönlichen Zeitzeugenberichten und der Begegnung mit dem authentischen Ort regte die Schülerinnen und Schüler zum Nachdenken an und verdeutlichte die Bedeutung der Erinnerungskultur.