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Plastikmüllvermeidung – wir packen’s an!

Plastikmüll ist in den letzten Jahrzehnten zum zunehmenden Umweltproblem geworden. 220 kg verbraucht ein durchschnittlicher Deutscher davon im Jahr, Tendenz steigend. Nur die Vermeidung von Müll und besseres Recycling kann hier Abhilfe schaffen. Und hier arbeiten Schülerinnen und Schüler des THG zusammen mit dem Unternehmer Matthias Roßberg an Lösungen. Das sogenannte ‚Wolfenbütteler Modell‘ zum Umgang mit Kunststoffen im Alltag hat die Entwicklung von praktikablen Lösungen zum Ziel.

Nun ist die erste Phase des Projekts, welche vornehmlich die Problemerfassung zum Ziel hatte, bereits abgeschlossen. In Edeka-Märkten der Region wurden Kunden befragt, welche Verpackungen sie als überflüssig erachten. Kürzlich fand die letzte dieser Aktionen im Edeka-Markt Michallik am Neuen Weg in Wolfenbüttel statt. THG-Schülerinnen und Schüler halfen hier mit großem Engagement dabei, Kunden hinsichtlich ihrer Wünsche für umweltfreundliche Verpackungen zu befragen. Überflüssige Verpackungsmaterialien wurden von der Kundschaft abgegeben und der so gesammelte Müll kann nun ausgewertet werden.

In ganz überwiegendem Maße war bei den Kunden ein Bewusstsein für die Problematik und den Sinn der Maßnahmen erkennbar. Viele zeigten sich auch begeistert vom Engagement der Schülerschaft.

Nun sieht es danach aus, als trage das steigende Problembewusstsein der Bevölkerung erste Früchte. So kann man seit einiger Zeit im Edeka-Markt Michallik wiederverwendbare Obst- und Gemüsetüten kaufen, die eine Alternative zu den herkömmlichen Plastiktüten darstellen. Und an den Fleisch- und Käsetheken kann man sich neuerdings auch die Einkäufe in mitgebrachte Behältnisse verpacken lassen.

Zudem wurde bei den bisherigen Aktionen festgestellt, dass die Kundschaft gerne auch auf Obstnetze aus Kunststoff verzichten würde, zumal es für den schnellen und spontanen Einkauf hier auch kompostierbare Lösungen aus Zellulose gäbe. Im anschließenden Gespräch zeigte sich Herr Michallik, der Marktleiter, sehr interessiert an den ersten Ergebnissen der Aktion.

Elaine, Teilnehmerin der Umwelt-AG aus dem 5. Jg., war auch vom großen Interesse der Kundschaft an der Aktion und von den vielen konkreten Nachfragen besonders beeindruckt. Ihre Mitschülerin Amira konnte dies bestätigen: „Viele Kunden wussten schon von der Aktion aus der Zeitung, manche hatten auch schon viele umweltfreundliche Tüten dabei.“ Für Matthias Roßberg tragen Maßnahmen wie diese dazu bei, den Bürgerwillen zu artikulieren, so dass dies auch in konkrete politische Veränderungen münden könne. Diese sollen dann in den nächsten Phasen des Projekts im Vordergrund stehen. Nach der Erfassung und Auswertung des Mülls stehe dann das Abwägen konkreter Lösungsmöglichkeiten auch in Gesprächen mit Fachleuten von Entsorgungsfirmen auf dem Plan. Die Ergebnisse werden dann in einem Bürgerforum am THG im kommenden Herbst vorgestellt.